Das war doch noch Kirschgrün…

Veröffentlicht am 16.08.2012 unter Allgemein, Werbemittel | Kein Kommentar

Ishihara-Farbtafel

Es gibt Tage, da schaltet die Ampel unvorhersehbar schnell von Grün auf Rot. Der inzwischen meist dunkelblau gekleidete Beamte bekommt dann überdurchschnittlich oft zu hören: „Aber gerade war es doch noch Grün…“. Ja, Grün und Rot liegen wirklich nah beieinander. Manchmal so nah, dass sie nicht mehr voneinander unterschieden werden können. Dann handelt es sich meist um eine waschechte Farbenblindheit beziehungsweise um deren abgeschwächte Form einer Farbfehlsichtigkeit. Besonders häufig ist hier die Rot-Grün-Sehschwäche.

Wenn Sie aber nun daran denken, das nächste Mal diese Sehbehinderung als Grund für Ihr schlechtes Verhalten im Straßenverkehr anzuführen – Sie Schelm! – dann lassen Sie sich gleich gesagt sein, dass das keine gute Idee ist. Denn da echte Farbenblindheit (Achromatopsie) zu einer Herabsetzung der Sehschärfe auf 10 Prozent des Normalen führt, dürfen die Betroffenen gar nicht selbst Auto fahren. Und die Farbfehlsichtigen? Die dürfen zwar Auto fahren, sind aber für 150 Berufe nicht zugelassen. Auch nicht besser. Und an der Ampel hat eigentlich sowieso keiner ein Problem, da sämtliche Farbfehlsichtigen wissen, dass sich oben Rot befindet und unten Grün.

Der Unterschied zwischen einer echten Farbenblindheit und einer Farbfehlsichtigkeit ist übrigens, dass bei der Farbblindheit entweder der Grün- oder der Rot-Rezeptor gar nicht funktioniert, während bei den Farbfehlsichtigen grundsätzlich alle funktionieren, nur in stark abgeschwächter Form.

Der „graue Star“ kann übrigens ein weiterer Grund dafür sein, dass man mit Farben ein Problem hat. Diese Eintrübung der Augenlinse führt unter anderem zu einem Verblassen der Farben und zu einem veränderten Erkennen der Farbnuancen. Außerdem werden Grautöne verschieden stark wahrgenommen und der gelblich-rote Schleier verändert auch die Wahrnehmung von Weiß.

Verbessern Sie die Rücklaufquote Ihrer Werbung

Warum das für Sie wichtig ist, der Sie nicht farbenblind sind, und auch immer brav an der roten Ampel halten? Ganz einfach. Wenn Sie grafische Produkte in Auftrag geben, die möglichst viele Menschen ansprechen sollen, ist es klug, bei der Farbgestaltung an die 8% der Männer und 0,5% der Frauen zu denken, die eine Farbsehstörungen haben und Ihren Flyer, Ihre Printwerbung oder Ihre Visitenkarte anders sehen als Sie es tun. Nicht, weil Sie so sozial eingestellt sind. Sondern weil Sie vielleicht eine bessere Rücklaufquote erzielen, wenn mehr Menschen Ihre Werbung auch wirklich erkennen können.

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