Pro und Contra kostenlose Visitenkarten

Veröffentlicht am 24.08.2012 unter Offsetdruck, Werbemittel | Kein Kommentar

Vor- und Nachteile kostenloser Visitenkarten

Wenn man darüber nachdenkt, dass die Verschriftlichung weniger Sätze vor wenigen Jahrhunderten eine kaum bezahlbare weil sehr schweißtreibende Angelegenheit war, ist es schon fast unglaublich, dass wir Visitenkarten heute kostenlos bekommen können. Noch unglaublicher ist, dass man sie heutzutage von Mitgliedern aller möglichen Branchen in die Hand gedrückt bekommt: Vom Automobilkaufmann bis zum Zerspanungsmechaniker. Und vom Anwalt bis zum Zahnarzt. Das lässt den Schluss zu, dass diese kostenlosen Visitenkarten gegenüber den mundgeblasenen einen erheblichen Vorteil haben müssen. Eben, sie sind halt kostenlos. Ganz simpel. Und wie uns die (übrigens sehr teure) Werbung ja erklärt, ist Geiz schließlich geil und billig gleich gut.

Aber ist es so einfach?

Denn was billig ist, sieht auch billig aus. Nehmen wir nur das Papier: meist ist es dünn, durchscheinend, ein Leichtgewicht eben. Etwas, das nicht sehr „ins Gewicht fällt“. Unterbewusst projizieren wir diesen haptischen Eindruck der Visitenkarte auf dessen Besitzer: Jemand, der nicht sonderlich wichtig ist. Aus genau diesem Grund haben „gewichtige“ Geschäftsleute und Unternehmen auch schwere, starke, kraftvolle Visitenkarten. Denn sie wissen: Menschen verbinden sämtliche Eindrücke, die Sie während eines Treffens haben, mit der Person. Den Eindruck der Kleidung, des Umfeldes, der Sprache, Gestik und Mimik, der Geschäftsutensilien und ja, auch der Visitenkarte. Was sage ich also aus, wenn ich Jemandem eine kostenlose Visitenkarte in die Hand drücke? Ich sage, dass ich kein Geld habe, dass ich keinen Wert lege auf Qualität und sauber ausgeführte Arbeit, dass ich nicht allzu ernst zu nehmen bin und vor allem halt nicht wichtig.

Wer nicht auf Außenwirkung angewiesen ist, also entweder in einem Schloss lebt oder unter der Brücke wohnt, kann also kostenlose Visitenkarten durchaus benutzen… allerdings… wem sein eigenes Image egal sein kann, der benötigt ja auch keine Visitenkarten.

Für alle anderen ist es eine Kosten-Nutzen-Abwägung. Die kurzfristigen Kosten sind bei einer kostenlosen Visitenkarte natürlich erst einmal bei Null. Das ist schon mal gut. Doch eine Visitenkarte, welche die Menschen für unwichtig halten, wird auch nicht aufbewahrt. Und eine Visitenkarte, die im Müll landet ist, bringt dann auch den Nutzenfaktor auf Null. Natürlich greifen viele Menschen auf die kostenlosen Visitenkarten zurück, weil sie sich einfach (noch) keine teureren leisten können. Doch sie werden sich auch nie teurere leisten können, wenn sie nicht in ein Vertrauen suggerierendes Auftreten investieren. Und ohne Einsatz gibt es nun einmal keine Entwicklung. Klingt gemein. Ist aber so.

Aber warum nicht einen Kompromiss wählen? Es müssen ja nicht gleich die Visitenkarten mit Prägung und Goldrand sein. Auch unter den mittelpreisigen finden sich schon durchaus schöne und solide Visitenkarten, mit denen Sie effizient Werbung für sich machen können – und nicht auf der Rückseite für andere Unternehmen (so finanzieren sich die kostenlosen Visitenkarten nämlich).

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