Klassische Falzarten im Überblick

Veröffentlicht am 27.09.2012 unter Allgemein | Kein Kommentar

Foto: Marcin Wichary

Je nach Maschine wird Papier, Karton oder Pappe auf unterschiedliche Weise gefalzt (=maschinell geknickt). Hier die wichtigsten Falzarten im Überblick:

1. Parallelfalzung

Der Parallelfalz ist die einfachste Falzart. Namensgebend ist der Umstand, dass bei dieser Falzart alle Knicke parallel verlaufen. Angewendet wird diese Falzart vor allem bei einfachen Werbeprodukten. Folgenden Unterarten gehören zum Parallelfalz:

  • Altarfalz / Fensterfalz
    Der Altarfalz verdankt seinem Namen (und damit auch eine wunderbar plastische Eselsbrücke) dem gleichen Aufbau von Altar und Falzart:  So wie ein Altar rechts und links eines Bildstückes zuklappbare Flügel aufweist, ist der Altarfalz an beiden Seiten eines Papierstückes so eingefalzt, dass sich die Seitenstücke jeweils über die Hälfte des Mittelstückes schlagen lassen und sich dort in der Mitte treffen (so wie ein zweiflügeliges Fenster). Das Mittelstück ist also doppelt so breit wie ein Seitenstück.
  • Wickelfalz
    Der Wickelfalz ist vom Aufbau ähnlich dem Altarfalz, denn auch hier haben wir wieder ein Mittelstück und zwei Flügel, die durch das Falzen entstehen. Allerdings sind in diesem Fall alle drei Teile gleich groß, sodass ein Flügel allein das Mittelstück komplett bedecken kann (und nicht wie bei der Fensterfalz nur zu 50%).
  • Leporello-oder Zickzackfalzungen
    Die Falzung beim sogenannten Leporello- oder Zickzackfalz ist zu vergleichen mit der Faltung eines Briefes, der in einen DinA-lang Briefumschlag soll: Der Bogen wird in wechselnder Richtung gefalzt – einmal nach innen, einmal nach außen usw.
  • Parallelmittenfalz / Doppelparallelfalz
    Beim Parallelmittelfalz wird der Bogen einmal in der Mitte gefalzt und die sich daraus ergebenden zwei Seiten werden wiederum beide in der Mitte gefalzt (und das in gleicher Richtung, sodass sie sich anschließend ineinander schieben lassen).

2. Kreuzfalzung
Der Kreuzfalz ähnelt dem alltäglichen Falten eines (z.B. Einkaufs-)Zettels, um ihn (z.B. für die Hostentasche) auf ein kleineres Format zu bringen: Hierzu wird der Bogen im rechten Winkel immer weiter halbiert, bis man die gewünschte Größe bzw. die gewünschte Seitenanzahl hat.

3. Kombinationsfalzungen
Der Kombinationsfalz kombiniert wie der Name schon sagt Parallelfalze und Kreuzfalze.

4. Lagenfalz
Beim Lagenfalz werden mehrere Bögen gemeinsam gefalzt.

5. Greiffalz / Überfalz
Bei einem Greiffalz ist ein Teil des Bogens absichtlich so gefalzt, dass er an der Vorderkante etwas über den anderen Bogenteil vorsteht. Täglich zu sehen bei Tageszeitungen. Wenn Sie einmal darauf achten, werden sie feststellen, dass der Knick in der horizontalen Mitte der zugeklappten Zeitung zwei leicht unterschiedlich lange Zeitungshälften nach sich zieht. Dies hat in diesem Beispiel den Hintergrund, dass die Zeitungen im Produktionsprozess so einfacher von der Maschine gegriffen und weiter transportiert werden können. Bei kleinen Druckprodukten wie zum Beispiel einem Flyer ist dieser Überstand eine Hilfe zum einfachen und leichten Öffnen des Produkts.

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